Zum französischen Originaltext
Wir haben alle Jahre und Jahrzehnte der Gehirnwäsche hinter uns. Selbst Dr. Hamer gesteht ein,
gelegentlich noch in alte Schemata zurückzufallen, auch wenn sie dank seinen Entdeckungen
längst der Vergangenheit angehören sollten. Um diese Schemata zu überwinden - Dinge, die wir
nicht mehr anzweifeln, so seltsam, kurios und unbewiesen sie auch sein mögen - bedarf es zunächst der
richtigen Fragen. Dr. Henrard hat dies auf seiner Webseite (s.o.) getan!
Teilweise nimmt er auch schon Antworten vorweg. Antworten,
die die momentan herrschende Schulmedizin mit Sicherheit nicht geben kann. Eventuelle Fehler in der
nicht immer einfachen Übersetzung bitte ich zu entschuldigen. Nach dieser kurzen Anmerkung meinerseits
nun zum Text von Dr. Henrard:
Warum sind von Bronchitis, Magengeschwüren oder Herzinfarkten viel mehr Männer als
Frauen betroffen? Husten kann mehrere Ursachen haben: Sekrete aus einer Erkältung, die den
Rachen hinunterlaufen, oder Rachenkatarrh, Rachenschleimhautentzündung, Tracheitis, Bronchitis, Lungenentzündung, etc. Kennen Sie viele
Männer, die während einer Erkältung ihre Stimme verlieren? Das ist Folge einer Beeinträchtigung
der Larynx. Sowohl Männer als auch Frauen haben eine Harnblase, warum findet man Blasenentzündung
bei Männern so selten, während sie bei Frauen so häufig vorkommt? Warum sind Frauen weitaus
häufiger von von Schilddrüsenerkrankungen betroffen, von Venenentzündungen sowie Darmkrankheiten?
Ein kleines Rätsel: warum bekommen Menschen, die als "verrückt" gelten, und innerhalb dieser
wohl besonders die Autisten, fast niemals irgendwelche zusätzliche Krankheiten; und warum
bekommen die wenigen, die aus ihrer psychischen Krankheit herausfinden, plötzlich wieder
Krankheiten wie all die anderen? Diese Tatsache ist unter Psychiatern wohlbekannt.
Krebs
Wenn man vor einigen Jahren Krebs gehabt hat und nun ein neuer Tumor an anderer Stelle
entdeckt wird, mögen sie sehr leicht ex Cathedra von Metastasen sprechen. Das läuft darauf
hinaus, daß ein gefährlicher Vorgang (der Tochtertumor) als eine Folge eines anderen Vorgangs
(Muttertumor) erklärt wird, der jedoch seinerseits gar nicht verstanden wurde. An dieser Stelle
erhebt sich ein Schwall von Fragen hinsichtlich dieses Metastasenkonzepts, ein Konzept, das
zu den unantastbaren Grundlagen der Krebswissenschaft gehört. Warum entwickelt ein Krebs in einer
Person Metastasen und in einer anderen nicht? Warum Metastasen zu einem bestimmten Zeitabschnitt:
im Moment der Entdeckung des Originaltumors, sechs Monate, zwei Jahre oder zehn Jahre später?
Warum ein exzellenter Gesundheitszustand während der Jahre, die zwischen Krebs und seinen
Metastasen liegt? Warum Metastasen in diesem Organ und nicht in einem anderen? Warum so viele
Variationen in der Entwicklung dieser Metastasen? Wie kann eine metastisierende Zelle sich
verwandeln, da man durchaus einen Unterschied zwischen den Strukturen des Originaltumors und
des Sekundärtumors erkennen kann? Lassen Sie uns diese letzte Frage, die ein wenig komplexer ist,
an einem Beispiel illustrieren: Man spricht von Tumoren im Gehirn als Folge eines Lungenkrebses.
Die Lungenzellen jedoch haben eine Kopfsteinpflaster-artige (? "pavemented") Struktur (daher der Begriff Epithelioma im medizinischen
Jargon) und alle Proben von Hirntumoren zeigen lediglich Zellen mit Glia-Charakter, die eine völlig
andere Struktur aufweisen. Aufgrund welchen Wunders kann eine Krebszelle ihre Struktur während
ihrer Wanderung ändern?
Leukämie
Multiple Sklerose
Die Beantwortung einiger wesentlicher Fragen würde diese düstere Situation radikal ändern.
Warum bekommt jemand Multiple Sklerose? Was löst einen neuen Schub aus? Warum ist Kortison häufig
wirksam, kann aber ebenso die Symptome verstärken? Warum verschlimmert sich der Krankheitsverlauf
oft nach der Diagnose? Dieser letztgenannte Umstand ist viel leichter aufzuzeigen, wenn die
Diagnose erst lange Zeit nach den ersten Ausbrüchen gestellt wird.
A.I.D.S.
Anatomie, Physiologie
Und warum gerade dort Ulcera, wo weniger (Magen-)säure ist, statt im Fundus wo es mehr davon gibt?
Wenn das Magengeschwür gemeinhin als psychosomatische Krankheit betrachtet wird, warum begrenzt der
Streß seine Auswirkung auf ulcerative Veränderungen (z.B. Substanzzerstörung), während
Veränderungen, die als weitaus ernster einzustufen sind, wie beispielsweise Magenkrebs, nichts
mit einem eventuell sogar stärkeren Streß zu tun haben sollen? Haben die Zellen etwa einen Weg
gefunden, sich sogleich vor zu starkem Streß zu schützen, um nur innerhalb des engen
Rahmens von ein paar sog. psychosomatischen Störungen beeinträchtigt zu werden?
Brustkrebs wird allgemein als mehr oder weniger hormonabhängig betrachtet (z.B. begünstigt durch
weibliche Hormone), der Beweis besteht darin, daß man empfiehlt, empfängnisverhütende Mittel
abzusetzen, was oft durch antihormonale Substanzen wie Tamoxifen vervollständigt wird. Aber dann
muß man wiederum fragen, was ist der belastende hormonale Einfluß auf Brustkrebs bei einer Frau,
die seit zehn oder zwanzig Jahren in der Menopause ist? Warum wird eine Frau in ihrer Menopause
von Osteoporose bedroht, wenn man annehmen sollte, daß der Hormonschwund durch Gabe von Hormonen
ausgeglichen wird? Und warum ist ein Mann, der von vornherein viel weniger weibliche Hormone
hat, nicht demselben Risiko unterworfen? Es konnte aber auch nie gezeigt werden, daß eine gute
Knochendichte beim Mann von seinen eigenen männlichen Geschlechtshormonen abhängt. Es ist sogar
das Gegenteil der Fall, wenn Knochenmetastasen von Prostatakrebs diagnostiziert werden. Dann
werden ihm weibliche Hormone als Therapie vorgeschlagen. Es stimmt, daß die Logik in diesem Fall
darin besteht, die aus dem Krebs stammenden Zellen zu bekämpfen, die ja als hormonabhängig gelten.
Aber die Fakten bleiben verwirrend: diese Knochenmetastasen aus dem Protatakrebs äußern sich in
Form von Entkalkungserscheinungen, von Zerstörung des Knochengewebes, und Testosteron schützt
nicht vor diesen Veränderungen. Und schließlich bleibt die grundsätzliche Frage bestehen:
Warum der relative Unterschied zwischen den Geschlechtern, was ihren jeweiliger Hormonlevel und
ihre Knochenpathologie angeht?
Therapien
Ansteckung
Wenn sich eine Infektion in einer dieser Organe manifestiert (Furunkel, Angina, Blasenentzündung),
dann finden wir meistens genauso dieselben Mikroben vor, aber in einer viel größeren Zahl; und
diese sind es, die wir dann mit Antiobiotika und Antiseptika bekämpfen. Diese Mikroben, die
ein ganz normaler Teil von uns sind, vermehren sich plötzlich und richten Schaden an. Warum?
Ich weise darauf hin, daß ich über die heimischen Mikroben spreche und nicht über solche, die
man weit weg von uns, in Afrika oder Asien findet.
Warum werden nicht alle Personen, die mit einer infizierten Person in Kontakt kommen, auch angesteckt?
Und wenn sie es werden, warum gibt es eine solch große Differenz im Ausmaß der Infektion, die sie
daraufhin entwickeln? Wie ist bei einer Infektion, die als äußerst ernst gilt, wie z.B. A.I.D.S.,
häufiger und ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einem so verschiedenartigen Schicksal für jeden
Partner in Einklang zu bringen: Einer mag an A.I.D.S. sterben, während der andere vielleicht noch
nicht einmal seropositiv wird? Beim Versuch, die Ansteckung bzw. Nicht-Ansteckung zu erklären,
stoßen wir auf ein sehr ausgeklügeltes Abwehrsystem, das "Immunsystem" genannt wird. Wenn dieses
Immunsystem die Antwort auf das Problem der Infektionen sein soll, wie sind merkwürdige
Situationen wie die folgenden dann möglich? Bettlägerige Patienten oder solche mit Krebs im
Endstadium oder einer anderen schweren Krankheit bleiben monatelang von weiteren Krankheiten
verschont (eventuell den ganzen Winter hindurch), während zur selben Zeit andere Personen, die anfangs in exzellentem
Gesundheitszustand waren, zwei Anginas, eine Erkältung und die traditionelle Influenza bekommen?
In welcher der beiden Gruppen würden wir erwarten, das stärkere Immunsystem vorzufinden?
Wie erklärt man schließlich das gewagte Experiment, das um 1900 von Metchenikoff in Frankreich
und Pottenkoffer in Deutschland durchgeführt wurde? Diese Forscher und ihre Teams nahmen Kulturen
von Keimen in ihrem Körper auf, die von Patienten stammten, welche an Cholera gestorben waren.
Tatsächlich fand man riesige Mengen an Keimen (Cholera Vibrio) in ihren Exkrementen, aber keiner
von ihnen bekam die Krankheit!
Das Geheimnis der Ansteckung kann in zwei Fragestellungen zusammengefaßt werden: Was ist die
wirkliche Beziehung zwischen dem Immunsystem und der infektiösen Krankheit? Existiert ein
zuverlässiges Kriterium, das nicht ein einfaches Risiko, sondern die Realität einer nachfolgenden
Ansteckung bestimmen (voraussagen) kann?
Immunsystem
Risikofaktoren und Statistiken
Was die Statistiken angeht: Der Fall von Lungenkrebs ist so bekannt, daß man häufig von ihm als
"Krebs der Rauchers" spricht. Was auch immer die Statistik, von der wir wissen, daß es darauf
ankommt, wie man sie interpretiert, die wirkliche Frage für den Patienten ist, welches
Kriterium sein Leben bestimmen wird. Wird er innerhalb der 60 - 70%-Risikogruppe eingestuft
werden, und falls ja, sind es für ihn vielleicht 100% - oder gehört er zu den 30 - 40%, die
dem Krebs entrinnen, was einem Risiko von 0% entspricht. Man kann die Frage auch anders stellen:
Warum so viele Lungenkrebsfälle bei Nichtrauchern, und warum so viele Raucher, die diesen Krebs
niemals bekommen werden? Aufgrund einer eisenharten Erklärung für diese Krankheit werden wir
sehen, daß alle Brust- oder Lungenkrebsfälle jeweils einen bestimmten auslösenden Faktor haben;
und zwar unabhängig von den den Familiengeschichte und seinen Rauchgewohnheiten.
Epidemiologie
Zusammenfassung und Schlußfolgerungen
Die Erklärungen sind wichtig, und die Patienten wünschen sie zu erhalten. Eine nicht-bösartige
Beeinträchtigung mit ihren Symptomen schafft bereits ein Gefühl der Unbehaglichkeit: Warum hat
man sich eine Erkältung oder eine Influenza von einer bestimmten Person "eingefangen" und nicht
von einer anderen, die ihn besucht hat? Warum jetzt, wo man doch vor ein paar Monaten von viel
stärkerer Abgeschlagenheit gelitten hat? Wie lang wird das Rheuma dauern, das sie zu lindern
versprochen hatten, über dessen Dauer sie aber keine Antwort zu geben vermochten? Mit
dramatischen Diagnosen kommt häufig Angst zu den Plagen der Behandlung dazu. Man hat schon genug
unter einem Krebs gelitten und eine jahrelange harte Therapie hinter sich. Und jetzt werden
anderswo Metastasen entdeckt. Wofür ist all das gut, was man durchgestanden hat, wenn alles immer
und immer wieder von neuem beginnt und immer schlimmer wird? Und niemand weiß, ob die Zeitbombe
nicht später wieder hochgeht.
Den Ursprung ihrer Krankheit zu verstehen, die Natur und die Entwicklung ihrer Manifestationen,
hilft den Patienten, besser mit ihren Beschwerden umzugehen. Die Krankheit wird davon nicht
automatisch beseitigt, aber das Bedürfnis einen Sinn darin zu finden, womit man in dieser Periode des
physischen Leidens leben muß, ist genauso ein Imperativ (wenn nicht mehr), als diese ganz normale
Suche nach einem Sinn, die ein generelles Charakteristikum des menschlichen Daseins ist. Wir
werden sehen, daß das Verständnis von Krankheit an die Stelle ihres Verhängnisses treten kann, ihre Entwicklung
beeinflussen kann, was die Aussichten und die Hoffnung bemerkenswert verbessert, wo bisher immer nur
das Schicksal willkürlich zuzuschlagen schien.
Laßt uns bescheiden bleiben: Das Erklärungssystem, das wir hier entwickelt haben, wird eine
gute Antwort auf alle Fragen dieser Einführung geben, aber es ist keine erschöpfende Antwort
für alle Probleme des Leidens und des Todes. Diese "Suche", wie alle wichtigen Sinnfragen des
Lebens (die klassischen sind "wer sind wir", "wo kommen wir her", "wo gehen wir hin", "gibt es
einen freien Willen", etc.) gehen weiter über den Rahmen unserer Absicht hinaus, die nicht darin
bestand, ein Essay über Philosophie oder Metaphysik zu verfassen. Unser Ziel wird erreicht sein,
wenn der Leser in diesem Booklet all die Hilfe findet, die durch befreiende Informationen vermittelt
werden kann.
Copyright Dr. Michel Henrard, 1997
Booklet mit allen Antworten auf diese Fragen liegt bisher nur auf
    THEMEN:
- - Ungefährliche Gesundheitsstörungen
- - Krebs
- - Leukämie
- - Multiple Sklerose
- - A.I.D.S.
- - Anatomie, Physiologie
- - Therapien
- - Ansteckung
- - Immunsystem
- - Risikofaktoren und Statistiken
- - Epidemiologie
- - Zusammenfassung und Schlußfolgerungen
Ungefährliche Gesundheitsstörungen
Warum bekommen wir Ekzeme, Sciatica oder diese schmerzhafte
Entzündung an der Schulter, die Periarthritis humeroscapularis? Die einfache Tatsache,
daß wir davon betroffen sind, scheint schon ein Geheimnis zu sein, aber es kommen noch weitere,
genauso legitime Fragen, hinzu. Zuallererst die Frage nach der Bedeutung der Störung: warum
so ein Ekzem, eine Sciatica oder eine Periarthritis an der Schulter ein paar Tage, Wochen,
Monate oder auch Jahre andauert; oder warum es in unterschiedlichen Abständen Rückfälle gibt.
Oder wenn es um Ausschläge geht, die sich überall auf dem Körper ausbreiten können, dann stellt
sich die Frage nach der Lokalisation: warum Ekzeme (oder ein Furunkel, eine Warze etc.) im
Gesicht, im Brustkorb, auf den Schenkeln oder den Füßen? Warum lokalisiert sich eine Sciatica
oder eine Periarthritis in der rechten oder der linken Schulter?
Jahrzehnte der Forschung haben die elementare Frage nicht beantworten können:
Warum befällt uns der Krebs eines schönen Tages, und warum gerade dieses Organ?
Wir werden uns den Einzelheiten der Konzeption dieser Krankheit noch ausgiebig zuwenden,
und um den Ausdruck eines französischen Krebsforschers zu übernehmen, werden wir einen
"mittelalterlichen Ansatz" wählen: den des "Teufels". Aber lassen Sie uns kurz bei einer
beunruhigenden Charakteristik des "bösartigen" Tumors verweilen. Dieser hat im Gegensatz zum
"gutartigen" Tumor die Eigenschaft sich auszubreiten. Das heißt, daß der Primärtumor (auch
Muttertumor genannt), der als der originäre Tumor angesehen wird, Zellen dazu befähigt, sich
davon abzusondern und stattdessen sog. Sekundärtumore (oder Tochtertumore) zu bilden, die auch
Metastasen genannt werden. Dieses Phänomen kann zu generalisiertem Krebs führen.
Leukämie wird allgemein als eine Form von Knochenmarkskrebs eingestuft. Das Knochenmark ist
verantwortlich für die Blutbildung. Daher kann das Knochenmark die Blutkörperchen-Zirkulation in den Blutgefäßen
enorm antreiben. Die "bösartigen" Blutzellen sind insbesondere die weißen Blutkörperchen oder
Leukozyten, daher der Ausdruck "Leukämie" (vom griechischen leukos = weiß). Diese eigentümliche
Form von Krebs wird noch weniger verstanden als das Phänomen Krebs im allgemeinen, und wirft
weitere Fragen auf (zusätzlich zu denjenigen, die man bei jedem Krebs stellen muß: warum sein Auftreten,
seine Entwicklung etc.). Da die bösartigen Zellen sich bei Leukämie im Blut ausbreiten, warum
gibt es dann nicht unendlich viel mehr Fälle von Metastasen als bei anderen Krebsarten? Ja,
im Gegenteil, es gibt bei Leukämie fast gar keine. Warum entwickelt sich dieser Krebs und wird
behandelt und verfolgt nach folgendem eigentümlichem Szenario: man spricht immer von "Remission",
wenn die Behandlung die Leukozytenzahl reduziert hat, worauf man einen "Rückfall" erwartet?
Warum ist die Situation alarmierend, wenn die Leukozytenzahl zwischen 50 oder 100.000 liegt
(Norm: zwischen 4 und 10.000), während die ganz normalen physiologischen Schwankungen der Erythrozyten
oder roter Blutkörperchen zwischen 4 und 5,8 Millionen liegen? Oder anders herum, worin kann die
Gefahr bestehen, 100 oder 200.000 Leukozyten MEHR zu haben, wenn die Anzahl ALLER Blutkörperchen
um mehr also 2 Millionen schwankt? Wir werden den Ursprung und den exakten Mechanismus des Vorgangs
erklären, den wir Leukämie nennen.
Lassen Sie uns den wesentlichen Inhalt einer MS-Diagnose zusammenfassen: Eine Degenerierung des
Nervensystems durch Sklerose des Marklagers. Diese Krankheit ist unbekannten Ursprungs, unheilbar,
fortschreitend in Schüben, deren Auftreten so unberechenbar und deren Häufigkeit so schwankend ist,
daß die Perspektive von Krücken und Rollstuhl innerhalb eines Zeitrahmens, der von der Klassifizierung
in mehr oder weniger ernste Formen abhängt, im Raume steht.
Diese Klassifizierung ergibt sich aus dem Ausmaß der beobachteten Symptome.
Hier wiederum ist die Diagnose so schwerwiegend, daß wir ihr ein ganzes Kapitel im zweiten Teil
dieses Booklets widmen wollen. Fünfzehn Jahre intensivster Forschung brachten keine Antworten
für einige Schlüsselprobleme, so daß erneut Fragen nach der Basis dieser sog. erworbenen-Immunschwäche-Theorie
auftauchen. Warum steigt die Anzahl der "Langzeitüberlebenden" proportional zur Zeit, die seit
der Verkündung der todbringenden Krankheit verstrichen ist? In diesem Sinne: was sind die Gründe dafür,
diese Krankheit zu überleben, anstatt daran zu sterben? Was löst den Übergang zwischen einem
asymptomatischen Seropositivität und der diagnostizierten Krankheit aus? Warum diese
opportunistische Infektion und nicht eine andere? Oder warum beispielsweise ein Kaposi Sarkom,
und warum gerade an dieser Stelle des Körpers?
Warum finden wir Magengeschwüre fast ausschließlich am Ausgang des Magens (Magenhöhle und
Pylorus [=Schließmuskel am Magenausgang], nicht weit vom Duodenum, man spricht von duodenalem
Geschwür], und nicht innerhalb des größten Teils des Magens, im Fundus und der großen Karvatur.
Warum ist dieser größte Teil des Magens der Ort für große blumenkohlartige Tumore, die man
wiederum niemals am Magenausgang findet, wo man, allerdings seltener, den flachen und ulcerativen
Krebs findet?
Aus therapeutischer Sicht mag man sich fragen, warum zwei Personen, die eine Gesundheitsstörung
von derselben Intensität aufweisen, in sehr unterschiedlichen Zeitintervallen behandelt werden
müssen. Beispiel: Warum ist die eine Blasenentzündung nach einer Runde Antibiotika geheilt,
während die andere zwei oder vier erfordert, weil nach jeder Behandlung ein Rückfall eintritt?
Oder ein anderes Beispiel: Ein Hexenschuß kann u.U. in einer einzigen Sitzung bei einem Osteopathen
geheilt werden, der beim nächsten Patient aber vielleicht einige Dutzend Mal über einen Zeitraum
von vier bis sechs Wochen Behandlungen durchführen muß. Aber dies zielt bereits auf die Frage nach
der Intensität der Gesundheitsstörung im allgemeinen. Eine weitere Frage ist jedoch noch kritischer:
Wie können Krankheiten mit ungefähr gleicher Erfolgsrate auf soviele unterschiedliche Methoden
behandelt werden, z.B. Medikamente der klassischen Pharmazie, homöopathischen Heilmitteln,
Akupunkturnadeln, und sogar Magnetismus oder ein Placebo? Könnten diese Methoden etwas gemein haben?
Die Antwort ist sehr bedeutsam, da sie viel dazu beitragen könnte, ein Licht auf die Mechanismen
der Genesung zu werfen.
Das Problem der Ansteckung mit infektiösen Krankheiten zieht ebenfalls einen Schwarm von
Fragen nach sich, von denen wir uns nur einige wenige repräsentative heraussuchen, repräsentativ
für den Mangel an Erklärungen für dieses Phänomen. Warum gilt eine so banale Erkrankung wie Husten
als weit ansteckender als viel ernstere Infektionen wie z.B. Bronchitis, Hepatitis oder Tuberkulose?
Zu letztgenannter Krankheit: Jemand mag über 20 Jahre in einem Sanatorium gearbeitet haben, einer
Umgebung, die sehr reich an Tuberkelbazillen ist, ohne daß er TB bekommt, wohingegen man etliche
Tuberkulosefälle auch außerhalb jeglicher begünstigender Umgebung findet. Wir sind ja
buchstäblich voll von Milliarden von Keimen in vielen unseren Organen, von denen manche wie z.B.
die Darmbakterien, sogar lebensnotwendig sind. Ebenso leben auf unserer Haut, in unserem Hals und
unseren Harnwegen, Staphylokokken bzw. Streptokokken bzw. Colon-Bazillen.
Das Immunsystem, das gemeinhin als unser Abwehrsystem gegen unsere lebenslangen mikrobiellen
Feinde beschrieben wird, seine Eigentümlichkeichkeiten und seine Pathologie, wirft auch heute
noch zahlreiche Fragen auf. Allergien werden als Störung dieses Systems angesehen, die zu einem
Zuviel an Substanzen wie Histaminen führt, folglich die Zuflucht zu Antihistaminen, die zu den
verschiedensten Beschwerden führen. Diese biologischen Vorgänge sind gut bekannt, aber die
Frage liegt anderswo. Tierhaare, Nahrungsmittel, Pollen, Milben und verschiedene andere Elemente
haben sich über die Jahrtausende gar nie verändert; sie sind Teil der Natur und für die meisten
von uns harmlos. Die Allergie beginnt trotzdem zu einer ganz bestimmten und persönlichen Zeit
in unserem Leben, und pflanzt sich dann fort. Die Veränderung mag demnach nur in uns selbst
stattfinden: Was macht uns eines Tages allergisch, und warum gerade auf dieses bestimmte
Element? Was schlimmer ist: Warum kann dieses Abwehrsystem sich gegen unsere Organe richten und
diese zerstören? Das ist das weite Feld der sog. Autoimmunerkrankungen in seiner vollen Breite.
Wenn es als eine Krankheit des Immunsystems betrachtet wird, was ist der Ursprung dieser
plötzlichen Veränderung der Natur, die zur Selbstzerstörung führt? Und warum die Selbstzerstörung
eines bestimmten Organs und nicht eines anderen? Warum haben Impfstoffe niemals erfolgreich das
Auftreten derjenigen Krankheiten, gegen die sie gerichtet waren, zurückdrängen können? (Ich habe
diese Information von den offiziellen WHO Statistiken, aber auch aus eigenen Studien unter
Berücksichtigung des Verlaufs vor dem Start der Impfkampagnen.)
Da die (Schul-)Medizin keinen präzisen Grund für eine Krankheit kennt, greift sie häufig auf
zwei Elemente zurück, die zwar keine Erklärung bieten, aber auf verschiedene Einflüsse abstellt:
Die "Risikofaktoren" und die Statistik. Beide Elemente jedoch sind Quellen weiterer Fragen.
Was das Konzept der Risikofaktoren angeht, lassen Sie uns den weitverbreiteten Fall von
Brustkrebs heranziehen. Beispielsweise soll eine Frau, deren Mutter, Tante und eine ihrer Schwestern von
dieser Krankheit betroffen waren, einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein. Was geschieht folgerichtig:
Anordnung wiederholter Untersuchungen, die immer fortdauernde Sorge, und aktuell sogar Projekte mit Einnahme
anti-hormonaler Substanzen (wie Tamoxifen) nur zur Prävention. Aber die richtige Frage lautet:
Was ist das zuverlässige Risikokriterium, da diese Frau und ihre anderen Schwestern ja nicht
notwendigerweise denselben Krebs entwickeln werden?
Epidemiologie befaßt sich mit den verschiedenen Faktoren, die mit dem Auftreten von Krankheiten
zusammenhängen: Altersgruppen, geographische Verteilung, sozio-ökonomische Bedingungen, etc.
Aber diese Ergebnisse sind im wesentlichen statistischer Natur und können die gemachten
Beobachtungen nicht erklären. Warum gibt es in unseren westlichen Gesellschaften einen solchen
Anstieg von Brustkrebs, während der Gebärmutterkrebs zurückgeht? Und nochmals zu A.I.D.S.: Warum
bekommt nur ein vernachlässigbarer Prozentsatz von infizierten Ärzten bzw. anderen Personen
im Gesundheitswesen hinterher auch tatsächlich A.I.D.S. ? Warum gibt es innerhalb der großen Vielfalt von
Symptomen, die dieser Krankheit zugeschrieben werden, ein sehr unterschiedliches Vorkommen dieser
Symptome je nach Weltregion, "Risikogruppe" oder Lebensstil? Epidemiologie führt nur zu konkreten
Fragen: Warum ist eine bestimmte Pathologie in einer bestimmten Altersgruppe dominierend,
warum eine größere Häufigkeit in einer bestimmten Region, etc.?
Man könnte die Liste der "Warums" (wieviele haben Sie bisher gezählt?) auf sämtliche
Gesundheitsprobleme ausdehnen. Man könnte sich Gedanken machen über all diese Krankheiten,
beginnend bei der Erkältung, einer Tendinitis oder Hämorrhoiden bis hin zu den schwersten
Fällen von metastisierenden Krebsformen oder zu starken Behinderungen führenden Multiplen
Sklerose, und all den Krankheiten, die dazwischen liegen, wie Schuppenflechte, Polyarthritis,
Asthma, Diabetes, Herzinfarkten oder Größenwahn (Psychose).
Man könnte die Zusammenhänge und die Basis all dieser Theorien, Hypothesen, Risikofaktoren usw.
sortieren und beschreiben. Aber dies würde nur zu einem Buch voller Fragen führen, wohingegen
das Ziel des vorliegenden kleinen Werks darin besteht, die Grundlagen für ein Werkzeug zu legen,
das Antworten ermöglicht.
Englisch und
Französisch (= Original) vor.