| Der Verzicht auf eine Behandlung kann durchaus die
bestmögliche Behandlung sein von Johann G. Schmidt (Der Verfasser ist Arzt, Allgemeinpraktiker und Leiter des Instituts für klinische Epidemiologie in Einsiedeln sowie Präsident der Stiftung 'Paracelsus Heute') Wir wissen etwa aus Autopsie-Studien, daß nur ein Siebtel der Fälle mit maligner Brustdrüsenveränderung zum Tod führt, und nur in einem Drittel der Fälle entsteht überhaupt eine erkennbare Krankheit. Durch technische Verbesserungen der Früherkennung nahm die Zahl der 'gefundenen' Brustkrebse merklich zu, was einer erstaunlich naiven modernen Gesellschaft 'Beweis' war, daß sich die Krebsprognose durch Früherkennung verbessern läßt. Der gutgemeinte medizinische Aktivismus hatte dazu geführt, daß früher lebenslänglich stumme Krebsveränderungen zu Krankheitsfällen wurden, was die Therapiestatistiken vermeintlich verbesserte. Die klinische Epidemiologie spricht vom Fehlschluß des 'overdiagnosis bias'. Gleiches geschieht ohne Nutzen in den Hautkrebs-Kampagnen. Nur gerade beim Prostatakrebs hat die Medizin inzwischen nachgegeben und grundsätzlich die Sinnlosigkeit der Früherkennung eingestanden. [Aus: Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1998, Die Maximalmedizin steckt in der Sackgasse] |
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Selbst ein Pasteur hat mehrfach "wissenschaftlichen Betrug" begangen, so verkündete jetzt der Historiker Gerald L. Geison von der amerikanischen Universität Princeton. Das konnte er feststellen, nachdem nun die privaten Notizbücher des berühmten französischen Forschers ausgewertet worden sind. Besonders negative Versuchsergebnisse hatte Pasteur nur ´darin´ eingetragen, die veröffentlichten Daten dagegen ´geschönt´ und manchmal - gerade bei seinen spektakulären Impf-Experimenten - bewußt gelogen. Der geniale Forscher hat sich, zu seinem und der Menschheit Glück [?] mehr auf sein Gefühl als auf seine Messungen verlasssen. Üblicherweise geht das allerdings in der Wissenschaft schief. [Aus: Süddeutsche Zeitung 18.02.1993] |
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a) Philippinen: b) Pockenepidemien in Schweden: [Simone Delarue:
Impfschutz - Irrtum oder Lüge, 3.Auflage 1997, Hirthammer-Verlag München] |
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