Über angebliche sog. "Hamer-Opfer" kursieren die wildesten Geschichten. Am besten verkaufen sich solche Geschichten natürlich dann, wenn Kinder und damit auch kräftige Emotionen ins Spiel kommen. Zu diesen Vorwürfen hier einige grundsätzliche Anmerkungen:1.) Faktischer Zwang zur Selbstbehandlung
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Ärzten, die eine Behandlung nach den Grundsätzen der Neuen Medizin durchführen. Es ist aber schwer, diese auch zu finden, denn diese Ärzte können sich nicht öffentlich zu ihrer Überzeugung bekennen. Man mag dies als fehlenden Mut interpretieren, sollte aber den traurigen Umstand nicht übersehen, daß ein solcher Arzt mit seinem Schweigen nicht nur sich selbst, sondern auch seine Patienten schützt: Würde er seine Behandlungsmethoden nämlich öffentlich preisgeben, würde er wahrscheinlich seine Approbation verlieren (wie Dr. Hamer selbst), wonach er gar keine Patienten mehr behandeln dürfte.
In dieser unglücklichen Situation sollen einige Kranke Selbstbehandlungsversuche nach den Büchern von Dr. Hamer unternommen haben, die in den schlimmsten Fällen mit dem Tod des Patienten endeten. Im "Usenet" wurde der Fall einer jungen Diabetikerin berichtet, die ganz begeistert von "Hamer" war und prompt die Insulinspritze absetzte. Daß sie kurze Zeit später starb, wird nun Dr. Hamer angelastet. Nun ist es so: Dr. Hamer empfiehlt an keiner Stelle seiner Bücher, einfach mal eben das Insulin abzusetzen! Im Gegenteil, er stellt klar, daß es Zuckerkranke gibt, die NIE MEHR ohne Insulinspritzen leben können.
2.) Schulmedizinische Vorbehandlung
Viele Patienten Dr. Hamers bzw. in einem der Zentren für Neue Medizin waren schulmedizinisch bereits aufgegeben. Dies teilweise sogar zu Recht, da sie nach der chemo"therapeutischen" Vorbehandlung nicht mehr zu retten waren. Auch diese Fälle werden gerne Dr. Hamer zur Last gelegt.
3.) Zweierlei Maß
Dr. Hamer hat zwar mit anderen "alternativen" Heilmethoden nicht viel zu tun, aber auch er zählt natürlich - momentan - zu den "Außenseitern" der Medizin. Die Heilerfolge von Schulmedizinern und diesen Außenseitern werden meist mit zweierlei Maß gemessen: Stirbt z.B. bei Hamer ein einziger Patient, ist er natürlich ein Hamer-Toter. Ein Opfer der Hamer-Sekte. Ein Kriminalfall! Sterben hingegen in offiziellen schulmedizinischen Musterkliniken z.B. 98% aller Lungenkrebspatienten, dann gelten die 2% Überlebenden bereits als kleiner Erfolg.
4.) Verweigerung der klinischen Zusammenarbeit
Auch die Neue Medizin benötigt (Teile der) modernen Diagnostik sowie der modernen Chirurgie. Dies wurde von Dr. Hamer niemals in Abrede gestellt. Jedoch haben in der Vergangenheit viele Ärzte bzw. Kliniken die Zusammenarbeit mit Dr. Hamer oder anderen Ärzten der Neuen Medizin kategorisch verweigert. Dies vermutlich aus zweierlei Gründen: Zum einen, um nicht mit "Hamer" in Verbindung gebracht zu werden (ruf- und karriereschädigend), und zum zweiten, um Dr. Hamer und dessen Patienten gezielt zu schaden.
Im Fall Angelo Amstutz haben die Professoren vermeintlich mitgespielt und einer Operation im Beisein Dr. Hamers zugestimmt. Obwohl die Ärzte nicht an eine längerfristige Überlebenschance des Kindes glaubten, haben sie sich nicht an die Vereinbarungen gehalten und die Operation so durchgeführt, wie "man es üblicherweise macht", also so viel rausschneiden wie möglich. Daß Angelo eine solche Operation nicht überleben würde, war jedem verständigen Beobachter von vornherein klar. Offenbar durfte Dr. Hamer mit seiner Ansicht, das Kind sei zu retten, nicht recht behalten. "Geopfert auf dem Altar der Schulmdizin", so nennt es die Mutter des von den schulmedizinischen Handlangern getöteten Angelo.